Bärlauch (Allium Ursinum)

Die Geschichte des Bärlauchs

Eine alte germanische Legende besagt, dass der Bär den Bärlauch, oder von den Germanen auch wilder Knoblauch genannt, nach seinem Winterschlaf verspeist und die Pflanze ihm die nötige Kraft nach dem langen Winter gibt. Ebenso besagt diese Legende, dass die Kraft des Bären auf den Bärlauch übergeht und ihn zu einer so mächtigen Heilpflanze macht. Was nun der Wirklichkeit entspricht, ist wohl ein Geheimnis. Klar ist aber, dass der Bärlauch über große Heilkräfte verfügt und diese ihm zu Recht einen wichtigen Platz in der Naturheilkunde verschafft.

Bärlauch zählt zu den ältesten Nutz – und Heilpflanzen, die es in Europa gab und immer noch gibt. Bereits 9600 bis 4500 v. Chr. wurde der Bärlauch gegessen und als Heilpflanze von den Germanen und Römern genutzt.

Im Mittelalter, im 12. Jahrhundert, wurde der Bärlauch in vielen Klostergärten angebaut. Eine der wohl bekanntesten Vertreterinnen der Pflanzenheilkunde dieser Zeit war Hildegard von Bingen. Sie nutze den Bärlauch zur Blutreinigung und bei Verdauungsstörungen.

Heute erfreut sich der Bärlauch großer Beliebtheit und hat einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht.

Der Bärlauch wird gerne im Frühling gesammelt oder gezielt Kultiviert und von vielen Supermärkten und auf Märkten verkauft. Daher ist es leicht an den Bärlauch zu kommen und ihn in seiner Saison kulinarisch oder zu Heilzwecken zu nutzen.

Beschreibung und Vorkommen

Der Bärlauch ist eine ausdauernde und krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von ca. 20 bis 30 cm.

Wie der Name „Lauch“ schon sagt ist es eine Pflanze, die aus einer Zwiebel entsteht. Der Bärlauch ist verwand mit anderen Laucharten, im lateinischen Allium genannt, wie der Schnittlauch, der Knoblauch, der Lauch und die Zwiebel. Er gehört zu der Pflanzenfamilie der Zwiebelgewächse (Alliaceae). Aus jeder Zwiebel wachsen zwei Stängel und werden zu je einem Blatt. Die Zwiebeln haben eine Länge von 2-4 cm.

Von März bis Mai können die lanzettlichen Blätter, des bis zu 10 Jahre lebenden, Bärlauchs, bis zum einsetzen der Blüte geerntet werden. Ab April bis Mai beginnt die Blütezeit des Bärlauchs und geht bis in den Juni. Die Konzentration der heilkräftigen Stoffe ist vor der Blüte am höchsten und sollte dann geerntet und direkt genutzt werden. Die Blüten des Bärlauchs sehen aus wie kleine Sterne mit je sechs kleinen Blütenblättern, die in der Mitte der grünen Blätter auf einem langen Stiel thronen und diese in der Regel überragen. Die Blätter sind lanzettlich geformt und wachsen an einem dreieckigen, fast rundem Stiel. Sie glänzen auf der Oberseite und sind matt auf der Unterseite. Was den Geruch angeht, ist dieser sehr markant, denn die Blätter des Bärlauchs riechen deutlich nach Knoblauch, was auf den Schwefelgehalt der Pflanze hinweist.

Bevorzugt wächst der Bärlauch in humusreichen, feuchten Auenwäldern und in Buchenwäldern mit kalkhaltigem, lockerem und feuchten Boden. Ebenso unter Ahorn, Eschen, Eichen und Ulmen im Halbschatten. Wenn er sich dort angesiedelt hat kommt er meistens in großer Menge vor und bedeckt den ganzen Boden des Waldes. Sandigen Boden und Nadelwälder mag der Bärlauch nicht und ist daher dort in der Regel nicht anzutreffen.

Beheimatet ist der Bärlauch in den mittleren und nördlichen Regionen Europas, in Nordasien im Kaukasus und westlichen Russland.

Verwechslungsgefahr

Der Bärlauch wird häufig mit drei anderen Pflanzenarten verwechselt, deren Blätter ähnlich aussehen und besonders von weniger kundigen Menschen schwer unterschieden werden können.

Es handelt sich um das Maiglöckchen, der Herbstzeitlose und dem Aronstab. Alle sind giftig bis sehr giftig und können bis zum Tode führen.

Hier eine kurze Tabelle, worin sich die Pflanzen unterscheiden um eine sichere Bestimmung möglich zu machen:

Pflanze Stängel Blatt Geruch
Bärlauch

Einzelnes Blatt an einem Stängel.

Oberseite glänzend, Unterseite matt.

Riecht nach Knoblauch

 AronstabNur in sehr jungem Wuchs lassen sich die Blatttriebe verwechseln.  
Herbstzeitlose

Blätter wachsen zu dritt oder mehr aus dem Boden.

Ober und Unterseite glänzend.

Kein Knoblauchgeruch

 Maiglöckchen

Mindestens zwei Blätter an einem Stängel

Ober und Unterseite glänzend.

Kein Knoblauchgeruch

Der Geruch des Knoblauchs sollte jedoch nicht als alleiniges Indiz der Pflanzenbestimmung genommen werden, denn die drei giftigen Vertreter wachsen ebenfalls teils Teppichartig wie der Bärlauch, zwischen dem Bärlauch und können so den Geruch annehmen oder die eigenen Hände riechen bereits nach dem Pflücken weniger Blätter nach Knoblauch, sodass man fälschlicherweise davon ausgeht, dass die anderen Pflanzen ebenfalls nach Knoblauch riechen.

Wichtig ist es sich die Pflanze genau anzuschauen und von einem Fachkundigen die Pflanze und die Unterschiede in der Natur gezeigt zu bekommen. Dies ist z.B. während einer Wildpflanzenexkursion möglich, So prägen sich die Merkmale schnell und sicher ein.

Inhaltsstoffe und ihre Wirkung

Der wohl wichtigste Inhaltsstoff ist die Verbindung aus ätherischen Ölen und Schwefel.

Das ätherische schwefelhaltige Öl des Bärlauchs besteht aus vielen verschiedenen ätherischen Substanzen, u.a. der Aminosäure Alliin. Werden die Zellwände des Bärlauch durch reiben, pressen oder schneiden beschädigt, kommt das Alliin mit Allinase in Verbindung. Dies führt zu dem typischen Knoblauchgeruch des Bärlauchs. Wenn der Bärlauch gepflückt wird riechen die Hände und die Umgebung des Sammlers intensiv nach Knoblauch. Aus dem Alliin entsteht durch die Allinase schon nach kurzer Zeit das Allicin.

Das Allicin wirkt keimtötend und als natürliches Antibiotikum gegen Bakterien und Pilze und ist ein hilfreiches Mittel gegen Arteriosklerose, indem es die Blutgefäße reinigt. Das Allicin wird im Körper zu einer sogenannten Chelatverbindung umgewandelt und bringt so die Fähigkeit mit, Schwermetalle zu lösen, an sich zu binden und über die Nieren abzutransportieren. Der Bärlauch findet als Tinktur im Rahmen der Schwermetallausleitung nach Dr. Klinghardt seine Anwendung und ist ein milderer Chelatbildner und natürliche Alternative zum schulmedizinischem DMPS.

Ein Chelatbildner wird für den Provokationstest zum bestimmen von Schwermetallbelastungen genutzt.

Alternativ zum Bärlauch kann auch Knoblauch genutzt werden, dieser hat jedoch einen dreifach geringeren Schwefelgehalt.

Der hohe Gehalt an Vitamin C im Bärlauch, der dreimal höher ist als in Orangen, vertreibt im Frühling die Frühjahrsmüdigkeit. Diese Eigenschaft bringt nicht nur der Bärlauch mit, sondern eine große Anzahl an Wildkräutern im Frühling. Der Frühling ist die Zeit des Erwachens nicht nur in der Natur der Pflanzen, sondern auch in der des Menschen. Der Mensch sollte sich besonders im Frühling mit der Heilkraft der grünen Pflanzen reinigen und vitalisieren.

Der hohe Eisengehalt im Bärlauch wirkt Blutbildend und benötigt zur Aufnahme in den Körper Vitamin C, dass der Bärlauch reichlich mit sich bringt. Die Senfölglykoside regen den Stoffwechsel und die Verdauung an. So versucht der Bärlauch auf allen Ebenen des Körpers Bewegung, Reinheit und Vitalität zu schaffen.

Weitere relevante Inhaltsstoffe des Bärlauch sind Vitamin A, Vitamin B1, Vitamin B6, Kalium, Kalzium, Magnesium, Mangan und Phosphor.

Das Zusammenspiel aus all seinen Vitalstoffen macht den Bärlauch zu einer sehr mächtigen Heilpflanze, die auf folgenden Ebenen Besserung ermöglichen kann:

  • Arteriosklerose

  • Bluthochdruck

  • Antibiotisch

  • Schleimlösend

  • Verdauungsstörungen

  • Pilz – und Wurmbefall

  • Schwermetallbelastung

  • Frühjahrsmüdigkeit

  • Wundbehandlung

Wie kann der Bärlauch genutzt werden?

Die einfachste Möglichkeit ist es, den Bärlauch frisch zu verzehren. In der Zeit zwischen März und Mai kann er frisch gesammelt, im Geschäft oder auf dem Markt gekauft werden. So kannst du im Rahmen einer Schwermetallausleitung oder zur Reinigung deines Körpers, jeden Tag ca. eine Hand voll Blätter in deine Nahrung einbinden.

Tinktur selbst herstellen

Für eine Tinktur wird ein sauberes Glas mit gewaschenen, trockenen und klein geschnittenen Bärlauchblättern gefüllt und mit einem mindestens 40% alk. Doppelkorn oder Ähnlichem übergossen, sodass alle Blätter bedeckt sind. Nun muss es für drei Wochen verschlossen und an einem lichten Platz im Warmen, ziehen. Danach müssen die Blätter entnommen und der Inhalt in einer dunklen Flasche, an einem dunklen und kühlen Ort aufbewahrt werden. Kurativ, während einer Schwermetallausleitung, können Täglich 10 bis 15 Tropfen dieser Tinktur  eingenommen werden.

Pesto und Bärlauchsalz selbst herstellen

Für die Zeit außerhalb der Bärlauchsaison kann dieser gut zu einem Pesto oder Bärlauchsalz verarbeitet werden. Für das Pesto wird der Bärlauch mit einem guten Olivenöl, einigen Pinienkernen oder Zedernnüssen und Salz gemixt und in kleine sterile Gläser gefüllt. So hält es sich ein bis zwei Wochen im Kühlschrank. Ohne Pinienkerne oder Zedernnüsse hält es bis zu einem Jahr im Kühlschrank, denn die Nüsse werden nach einiger Zeit ranzig.

Für das Bärlauchsalz wird ein gutes Steinsalz mit den frischen Bärlauchblättern im Mörser verrieben, sodass das Aroma und die heilkräftigen Stoffe des Bärlauch auf das Salz übergehen. Anschließend muss das Salz getrocknet werden, so bleibt es sehr lange haltbar.

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